Diese Webseite verwendet Session-Cookies, die gelöscht werden, sobald Sie die Seite wieder verlassen oder den Browser schliessen.
Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit der Cookie-Nutzung einverstanden.
Mehr Informationen Okay

Direkt zum Seiteninhalt springen Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zur Suche springen

Bitte haben Sie einen kurzen Moment Geduld. Wir suchen für Sie.



Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

Animation: Ladebalken

INFORMIEREN

Veröffentlicht: 30.07.2014

Zeichnen lernen

Zeichnen lernen
Zielgruppen
Kindergartenkinder, Vorschulkinder/ Schulanfänger
Spracheinstellungen
Deutsch
Betriebssystem
iOS
Lauffähigkeit auf
Geräten
iPad (Apple)
Preis
kostenpflichtige Vollversion

Zusammenfassung

Die App "Zeichnen lernen" weist einige Schwachstellen auf. So ist das angebotene Bildmaterial teilweise unvollständig und nicht kindgemäß. Für das schrittweise korrekte Nachzeichnen fehlen Zwischenschritte und ein korrektives Feedback. Sie ist ein netter Zeitvertreib für unterwegs oder in Situationen, wenn kein Stift und Papier zur Verfügung steht. Positiv ist die Auswahl im Malprogramm zu bewerten. Vor allem, dass die Kontur der Zeichnung, auch wenn darüber gemalt wird, sichtbar bleibt.

Themen
Lernspiel-App, musisch-kreative Erziehung, Malen & kreatives Gestalten, ausmalen, malen, gestalten
Didaktischer
Schwerpunkt
musisch-kreative Erziehung
Einsatzmöglichkeiten
in der Praxis

Mit den Schemata wird Kindern vorgegeben wie etwas gezeichnet werden kann. Damit haben sie die Möglichkeit, ihr Repertoire zu ergänzen. Die Ausführungen der Kinder werden nicht berichtigt, und sie werden auch nicht auf Fehler hingewiesen. So wird es den Kindern erschwert, die schrittweise Gestaltung einer Figur kennenzulernen. Auch wäre es sinnvoll, wenn in einem ersten Schritt, das Nachfahren der Zeichenschritte erfolgen würde. Gerade komplexe Figuren, wie z.B. das Spinnennetz, könnten dann auch einfacher nachgezeichnet werden. So lässt sich der Anspruch der App, das Zeichnen von Figuren zu lernen, nicht voll verwirklichen.

Eine App kann das Zeichnen und Malen mit Stiften, Farben und Papier nicht ersetzen. Die haptische Erfahrung im Stift-Bleistift-Kontakt geht am Tablet vollkommen verloren. Es fehlt dort die Erfahrung, wie mit diversen Stiften auf verschiedenen Papieren und mit unterschiedlich dosiertem Krafteinsatz, ganz individuelle Ergebnisse erzielt werden können. Die Anwendung von Zeichentechniken, wie Schraffur oder Verwischen ist ebenfalls nicht möglich. Auch ist zu bedenken, dass eine Kinderzeichnung dem Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes entspricht und die Ergebnisse mit der kindlichen Vorstellung übereinstimmen. Kinder erzählen mit ihren Bildern eine Geschichte und stellen Handlungsabläufe dar. Das bloße Abzeichnen einer Figur wird dem nicht gerecht.

Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis

Den Kindern macht es Spaß, die Entwicklung einer Zeichnung zu beobachten. Für Vorschulkinder sind die Schritte nachvollziehbar. Da das Feedback völlig unabhängig von der Zeichenleistung ist, vollziehen die Kinder die einzelnen Schritte auch ungenau und unvollständig. Die vorgegebenen Modelle entsprechen nicht immer ihren Vorstellungen. Selma, 6 Jahre: "Gut ist, dass die zeigen, wie das nacheinander geht. Aber eigentlich können die ja gar nicht richtig malen. Ein Schwein hat doch keine solchen Ohren und das Flugzeug sieht voll komisch aus." Torben, 6 Jahre: "Wenn man ein Bild nochmal malen will, dann muss man das zuerst wieder kaputtmachen. Ich hätte dann lieber zwei Bilder." Jüngere Kindergartenkinder sind von der im oberen Bereich entstehenden Zeichnung häufig völlig unbeeindruckt und malen im unteren Bereich eine Zeichnung nach ihren eigenen Vorstellungen.

Kinder-, Jugend- und Datenschutz

Zwar entspricht die Kindersicherung dem derzeitigen Stand, jedoch ist für die Weiterleitung zum App Store bzw. zur Website des Entwicklers jedes Mal die gleiche Additionsaufgabe zu lösen. Da Kinder meist eine sehr gute Beobachtungsfähigkeit haben, ist zu befürchten, dass diese von Kindern leicht außer Kraft zu setzen ist.

Bewertung: eher problematisch

Autor: i.A. des Deutschen Jugendinstituts e.V., Anne Müller
Hrsg.: DJI - Deutsches Jugendinstitut
DJI - Deutsches Jugendinstitut


Drucken
facebook twitter Diesen Beitrag teilen