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Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

Animation: Ladebalken
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Veröffentlicht am: 12.02.20

Kinderinfluencer*innen in sozialen Netzwerken

Miley strahlt in die Kamera, jauchzt und hält stolz ihre neue Puppe in die Videokamera. Das Mädchen ist eine bekannte Kinderinfluencerin auf YouTube und Vorbild vieler Heranwachsender. Soziale Medien gehören zu unserem Alltag dazu. Auch Kinder und Jugendliche sind von sozialen Netzwerken fasziniert und nutzen Social-Media-Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok auf vielfältige Weise. Bei der Entwicklung des eigenen Selbstbildes und der eigenen Identität orientieren sich Kinder und Jugendliche auch an sogenannten Influencer*innen (engl. influence = Einfluss), die ihr scheinbar alltägliches Leben mit vielen Follower*innen teilen. Durch eine direkte Ansprache und persönlich ausgesprochene Empfehlungen und Meinungen versuchen Influencer*innen eine Nähe zwischen sich und ihren Follower*innen herzustellen. Sie wollen nahbar und authentisch wirken, wie ein*e gute*r Freund*in von nebenan.

Kinderinfluencer*innen sind meistens in Videos oder auf Bildern zu sehen, wie sie Spielzeug und andere Produkte testen und bewerten, Schmink- und Stylingtipps oder persönliche Empfehlungen und Meinungen geben. Auch banal wirkende Dinge aus dem Alltag, aber auch intime Momente werden gezeigt: das Einkaufen in einer Shopping-Mall, das Feiern des Geburtstags, das morgendliche Aufwachen. Doch hinter der vermeintlichen Spontanität und Authentizität, die in den Videos vermittelt wird, steckt meistens harte Arbeit. Kinder müssen sich vorbereiten und an einen strengen Ablaufplan halten. Sobald die Kamera eingeschaltet ist, müssen sie präsent sein, lächeln und sich möglichst natürlich geben.

Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte

Kinderinfluencer*innen sind einer ständigen Inszenierung in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Das Kindern zustehende Recht auf Privatsphäre und dem damit verbundenen Raum für Intimsphäre wird durch die ständige öffentliche Präsenz beeinträchtigt beziehungsweise gefährdet. Das Zeigen intimer Momente, wie zum Beispiel „Morgen- und Abendroutinen“ lassen private Rückzugsräume nicht mehr zu und verletzen die Intimsphäre des Kindes. Besonders junge Kinder, die in sozialen Medienals Influencer*innen aktiv sind, können aufgrund ihres Alters nicht selbständig entscheiden, wie viel sie von sich selbst mit der Öffentlichkeit teilen möchten.

Kinder als Werbebotschafter*innen

Influencer*innen sind mit ihrem hohen Bekanntheitsgrad, der ihnen zugeschrieben Authentizität und der hohen Reichweite auch für die Werbeindustrie interessant. Kinder und Jugendliche werden zu vermeintlich glaubwürdigen Werbeträgern, indem sie Produkte von Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, bewerten und empfehlen. Besondere jüngere Kinderstars erkennen noch nicht, dass sie zu Werbebotschafter*innen gemacht werden. Oft ist es jedoch schwierig, Werbung als solche zu erkennen, weil die Grenze zwischen Werbung und persönlichen Erfahrungsberichten oft fließend ist.

Zum Weiterlesen

Wie sich Kinderinfluencer*innen in sozialen Netzwerken zeigen und inwieweit ihre Rechte auf Privatsphäre und Persönlichkeit dabei verletzt werden, zeigt der Artikel "Kinderinfluencer im Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsrechten, Privatsphäre und Vermarktung in der Öffentlichkeit" von Bettina Goerdeler und Anna Grebe, der in der Zeitschrift frühe Kindheit „Das Recht des Kindes auf Privatsphäre“ erschienen ist. Er beschreibt anhand von drei untersuchten Beispielen von Kinderinfluencer*innen, wie diese in der Öffentlichkeit vermarktet werden und welche Rechte von Kindern dabei missachtet werden. Die Zeitschrift frühe Kindheit der Deutsche Liga für das Kind widmet sich vor allem Themen, die die frühe Kindheit betreffen.

 

 



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