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Initiativ- und Servivebüro Gutes Aufwachsen mit Medien

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Veröffentlicht: 08/2020

JFF ACT ON! Short Report Nr. 7: „Du bist voll unbekannt“

Der aktuelle Short Report des ACT ON! - Projektes des JFF - Institut für Medienpädagogik zeigt, wie Heranwachsende die App TikTok nutzen, worauf sie bei ihrer Selbstdarstellung achten, welche Rolle Erfolgsdruck spielt und welche Risiken sie wahrnehmen. Befragt wurden 97 Heranwachsende im Alter von 12 bis 15 Jahren.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Kinder und Jugendliche auf der Plattform TikTok Spaß suchen und finden. Sie können sich ausprobieren, haben Freude am Austausch untereinander und suchen regelmäßig das Feedback von Anderen. Jedoch bringt die Nutzung von TikTok vor allem im Hinblick der Selbstpräsentation auch Herausforderungen mit sich. Harsche Kritik oder gar Hasskommentare anderer Nutzer*innen, den Druck sich selbst perfekt darzustellen und Popularität zu erlangen sowie Identitätsdiebstahl nehmen die befragten Jugendlichen auf TikTok wahr.

Videoauswahl

Bei der Auswahl von Videos, die junge Nutzer*innen auf TikTok anschauen, orientieren sie sich vor allem an der personalisierten Einstiegsseite. Dort werden also Videos vorgeschlagen, die auf ihren Nutzungsaktivitäten auf TikTok basieren. Die Vielzahl und die kurze Dauer der Videos empfinden die Befragten als abwechslungsreich. Werden Videos selbst produziert und auf TikTok hochgeladen, steht der Spaß an der Erstellung und Bearbeitung der Videos im Vordergrund. Zudem erhoffen sich die Jugendlichen positive Rückmeldungen von anderen TikTok-Nutzer*innen auf ihre Videos und wünschen sich, auf der Plattform bekannt zu werden. Zugleich stellen die Befragten auch fest, dass die eigene Produktion von Videos, die anschließend auf TikTok hochgeladen werden, sehr viel Zeit erfordere.

Aktivitäten und Popularität

Im Hinblick auf die Aktivitäten auf TikTok gaben die befragten Jugendlichen an, Anderen auf der Plattform zu folgen und Videos mit Emoji-Herzen zu versehen und zu kommentieren. Außerdem wird die Plattform zur Kommunikation genutzt, um sich mit Freund*innen vor allem über Videos auszutauschen. Um die Bekanntheit des eigenen Profils und somit auch eigener produzierter Videos zu steigern, werden vor allem Hashtags genutzt, sogenannte Duett-Videos erstellt und sich mit anderen Nutzer*innen auf TikTok vernetzt. Besonders wichtig ist den Befragten eine hohe Popularität auf der Plattform. Dabei symbolisieren viele Likes in Form von Herzen und eine hohe Zahl von Follower*innen Erfolg und Bekanntheit. Gleichzeitig gaben die Jugendlichen an, dass Personen mit großer Popularität auch der Kritik anderer Nutzer*innen ausgesetzt sind.

Selbstdarstellung

Die befragten Jugendlichen nehmen einen hohen Perfektions- und Konformitätsdruck auf TikTok wahr. Sie gaben an, dass Aussehen, Kleidung und die in dem Video gezeigten Fähigkeiten unter ständiger kritischer Beobachtung und Kommentierung anderer Nutzer*innen stünden. Jugendliche versuchen daher zu vermeiden, kritische und ablehnende Kommentare zu erhalten und sich lächerlich zu machen. Die hohe Anonymität der Plattform trägt nach Meinung der Jugendlichen aber dazu bei, dass absichtlich oder unüberlegte verletzende und negative Kommentare verfasst würden.

Bei der Selbstdarstellung wird auf Filter und andere Effekte zurückgegriffen, um zum Beispiel das eigene Körperbild dem angestrebten Schönheitsideal anzupassen. Ein Teil der Nutzer*innen gab in der Befragung aber an, dass ihnen ein authentisches Auftreten dennoch wichtig sei.

Privatsphäre

Für einen großen Teil der befragten Jugendlichen ist es wichtig, nicht zu viele persönliche Informationen und Daten von sich auf TikTok preiszugeben. Der Umfang des Gezeigten hänge insbesondere davon ab, wer die Videos sehen könne. Den Befragten ist zugleich bewusst, dass sie auch bei einem privat gestellten Profil, nie wissen können, wer möglicherweise Videos herunterlade oder abfilme und anschließend weiterverbreite.

Wahrgenommene Risiken

Neben dem wahrgenommenen Risiko, negative Kommentare zu erhalten und Ablehnung zu spüren, spielt Hass in der Wahrnehmung der Befragten eine große Rolle. Damit ist herabwürdigendes Verhalten gemeint, dass Menschen beleidigt und erniedrigt. Ein Teil der Jugendlichen gab auch Fakeprofile und Identitätsdiebstahl als Risiko an. Weitere Risiken sahen die Befragten in der Verletzung von Bild- und Urheberrechten. Zudem gaben einige das Risiko der sexuellen Belästigung an, mit dem sie auch selbst schon konfrontiert wurden.

 

 




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Sina Stecher, Anja Bamberger, Christa Gebel, Laura Cousseran, Niels Brüggen
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