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Veröffentlicht am: 26.07.17

Damit vernetztes Spielzeug Spaß macht

Die Puppe „Cayla“ erlangte Anfang 2017 zweifelhafte Berühmtheit. Sie wurde von der Bundesnetzagentur als Spionage-Werkzeug eingestuft und damit aus dem Handel genommen. Doch was steckt hinter vernetztem Spielzeug?

Marlen Korn und ihr Team befassen sich bei jugendschutz.net mit dem sicheren Einsatz von „vernetztem Spielzeug“. Hier erklärt sie, was es damit auf sich hat und was Eltern beachten sollten.
 

Was ist eigentlich vernetztes Spielzeug?

Unter vernetztem Spielzeug versteht man in der Regel klassisches Spielzeug, wie Puppen oder Teddys, die sich mit dem Internet verbinden können. Die Internetverbindung wird per Smartphone oder Tablet mit Hilfe einer App aufgebaut. Das Spielzeug mit Mikrofon und Lautsprechern wird so zum sprechenden Spielgefährten.

Was macht es so attraktiv?

Die digitale Vernetzung ist in allen Lebensbereichen, auch im Kinderzimmer, angekommen. Gerade Neues übt immer einen gewissen Reiz aus. Für Kinder bringt vernetztes Spielzeug neue Möglichkeiten und spannende Erfahrungen mit sich: Wer hätte als Kind nicht gerne mal tatsächlich mit seinem Teddy geplaudert? Außerdem kann digitales Lern-Spielzeug sehr motivierend sein.

Wo liegen mögliche Gefahren?

Vernetzte Spielgeräte können bei allem Spielspaß riskant sein. Fremde können sich über eine ungeschützte Funkverbindung ins Spielgerät einklinken. So können sie bei „sprechendem“ Spielzeug Kontakt mit dem Kind aufnehmen oder sensible Kinderdaten, wie Gespräche, abfangen. Außerdem erteilen Eltern bei Nutzung oft unwissentlich die Einwilligung, dass Kinderdaten gespeichert und für Analyse- oder Werbezwecke verwendet oder weitergegeben werden können. Das ist grundsätzlich bedenklich. Zudem sind die Daten auf den Servern der Anbieter teilweise schlecht gesichert. Beim Hersteller VTech wurden 2015 zum Beispiel mehr als 500.000 Kinderprofile mit sensiblen Daten, wie Namen, Geburtstage und Anschriften gehackt.

Wie können pädagogische Fachkräfte Eltern beraten?

Eltern sollten die Risiken kennen und von pädagogischen Fachkräften Unterstützung erhalten. Besonders wichtig ist es, dass Eltern ungeschützte Internetverbindungen und In-App-Käufe mit einem Passwort sichern. In-App-Käufe sind Einkäufe, die zum Beispiel bei einer Spiele-App den Spielverlauf beschleunigen. Nach der Benutzung sollten die Eltern oder Kinder das Spielzeug komplett ausschalten. Über die Systemeinstellungen des Smartphones oder Tablets und in den Apps sollten Eltern sicherheitsrelevante Einstellungen aktivieren. Hier können Fachkräfte bei Bedarf Tipps geben und auf Portale verweisen, in denen Informationen und Anleitungen zu finden sind.

Was würden Sie Eltern und Fachkräften allgemein empfehlen?

Statt Kinder generell von vernetztem Spielzeug abzuschirmen, empfiehlt es sich, Kinder beim Umgang mit vernetztem Spielzeug zu begleiten. Kinder lernen zwar schnell die Bedienung von Tablet, Smartphone und elektronischem Spielzeug, aber deswegen sind sie noch lange nicht medienkompetent. Und: Informieren Sie sich kritisch über vernetztes Spielzeug, lesen Sie sich die Anleitung, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen gut durch, damit das Spiel ein Vergnügen bleibt.

Weitere Informationen

Quelle: Marlen Korn, jugendschutz.net, im Gespräch mit dem Initiativbüro
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